Berufspolitik

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Die Lage der ambulanten Psychotherapie

Die ambulante Psychotherapie wird gerade umgebaut — leiser, als es die Tragweite verlangt. Auf dieser Seite bündele ich meine Analysen dazu: was beschlossen wurde, was es Praxen und Patient:innen kostet, und welche Rhetorik den Umbau begleitet. Mit Zahlen, Primärquellen und psychoanalytischem Blick.

Stand: 10. Juni 2026
7Analysen
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Okt. 2025Seit

Die Strecke — in dieser Reihenfolge lesen

Der Verlauf — was geschah, was ansteht

  1. 21. Januar 2026GKV-Spitzenverband beantragt Überprüfung der Vergütung

    Der formale Antrag im Bewertungsausschuss zielt auf Kürzung — ein KV-internes Schreiben nennt zehn Prozent, das DPNW macht die Pläne öffentlich.

  2. 11. März 2026EBA beschließt: minus 4,5 Prozent

    Der Erweiterte Bewertungsausschuss kürzt die Honorare für psychotherapeutische Gesprächsleistungen.

  3. Ab März 2026Der Protest beginnt auf der Straße

    Erste Demonstrationen in vielen Städten — daraus wächst das Aktionsbündnis Psychotherapie.

  4. Frühjahr 2026Petitionen sammeln Hunderttausende

    Bundestagspetition 196912: über 145.000 Unterschriften. Change.org: über 590.000 (Stand Juni, laut Aktionsbündnis).

  5. Mai 2026Die Profession antwortet geschlossen

    Keine Grabenkämpfe: Psychoanalyse und Verhaltenstherapie, Studierende, Kolleg:innen in Aus- und Weiterbildung und Approbierte stehen zusammen — Resolutionen des Psychotherapeutentags, 9-Punkte-Erklärung von BPtK und sieben Verbänden gegen das GKV-BStabG.

  6. 20. Mai 2026Öffentliche Anhörung im Bundestag

    Sachverständige sezieren die GKV-Argumentation zum BStabG.

  7. 28. Mai 2026Bundesrats-Ausschuss votiert einstimmig dagegen

    Der Gesundheitsausschuss fordert die vollständige Rücknahme der Re-Budgetierung.

  8. 8. Juni 2026Petition öffentlich im Bundestag verhandelt

    Nach Überschreiten des Quorums wird die Petition im Petitionsausschuss angehört.

  9. 12. Juni 2026Bundestag: erste Lesung des BStabG

    In 60 Minuten Aussprache nennt die Koalition die Psychotherapie kein einziges Mal — nur die Opposition spricht sie an.

  10. 12. Juni 2026Bundesrat: erster Durchgang

    Die Länderkammer nimmt Stellung zum Entwurf — ihr Gesundheitsausschuss hatte einstimmig die Rücknahme der Kürzungen empfohlen.

  11. 13. Juni 2026Bundesweiter Protesttag 3.0

    Geplant: 14 Demonstrationen bundesweit unter #psychotherapieretten. Bei den bisherigen Protesten waren laut Aktionsbündnis schon rund 38.000 Menschen auf der Straße.

  12. 26. Juni 2026Bundestag: zweite und dritte Lesung — Schlussabstimmung

    Das Druckfenster: 14 Tage zwischen erster Lesung und Beschluss.

  13. Nach dem 26. JuniBundesrat: zweiter Durchgang

    Beschließt der Bundestag das Gesetz, muss es erneut die Länderkammer passieren.

  14. Ab 2027Es droht: Re-Budgetierung und Mengen-Deckel droht

    Das BStabG sieht die Rückkehr in die budgetierte Gesamtvergütung und eine Deckelung an der 18-Wochenstunden-Modellgröße vor — noch ist das Gesetz nicht verabschiedet.

  15. 2027Es droht: HVM-Anpassung KV Bayern droht

    Die Verteilungsregeln werden neu verhandelt.

Weitere Analysen

Der Widerstand — Sie sind nicht allein

Gegen die Kürzungen ist eine breite Bewegung entstanden: Das Aktionsbündnis Psychotherapie stellt Materialien und Vorlagen für Praxen bereit, das DPNW hat die Pläne früh öffentlich gemacht, die BPtK und sieben Verbände tragen eine gemeinsame Erklärung, die KBV klagt — und unzählige Kolleg:innen sind gerade laut, in den Praxen, auf der Straße und unter #psychotherapieretten.

Und als Patient:in? Es geht hier nicht um Honorare allein, sondern um Therapieplätze und Wartezeiten — um die Frage, ob psychische Erkrankungen künftig noch zeitnah behandelt werden. Der Bundesrats-Ausschuss hat einstimmig gegen die Kürzungen votiert, fast 600.000 Menschen haben auf Change.org unterschrieben, über 145.000 die Bundestagspetition, rund 38.000 waren demonstrieren: Druck wirkt. Dieser Kampf lohnt sich — für die Versorgung.

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